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Gedächtnis-Check: Wann wird Vergessen zum Problem?


Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Schlüssel liegen gelassen, Sonnenbrille verlegt, Termin versäumt: Ständig Dinge zu vergessen, kann im Alltag zum Ärgernis werden. Wer häufig etwas vergisst, fragt sich schnell, ob das Gedächtnis nachlässt.

Der Neurowissenschaftler Lukas Kunz vom Universitätsklinikum Bonn (UKB) hält diesen Schluss für zu pauschal. Neben dem Gedächtnis selbst können auch andere Faktoren eine Rolle spielen, erklärt der Forscher in einer Mitteilung des UKB. 

Wer gestresst, müde oder abgelenkt ist, speichere manches von Anfang an weniger gut ab. Außerdem gebe es Menschen, die etwa Namen schlecht behalten, aber ein sehr gutes Gedächtnis für Wege oder Geschichten haben.

Wann sollte ich Gedächtnisprobleme abklären lassen?

Kunz rät zu einer ärztlichen Abklärung, wenn Vergesslichkeit neu auftritt, zunimmt oder den Alltag beeinträchtigt. Anzeichen können etwa sein, wenn man Fragen häufig wiederholt, Absprachen vergisst oder sich auf vertrauten Wegen verirrt. Auch Veränderungen, die Angehörigen auffallen, sollten ernst genommen werden.

Gedächtnisprobleme bedeuten dem Forscher zufolge aber nicht automatisch Demenz. Auch Schlafmangel, Depressionen oder Medikamente können eine Rolle spielen. Bei plötzlich auftretender, ausgeprägter Verwirrtheit oder Gedächtnisstörung sei eine medizinische Abklärung in jedem Fall nötig.

Und was bringt Gedächtnistraining?

Gedächtnisleistungen lassen sich dem Wissenschaftler zufolge durch Training verbessern. Besonders hilfreich sei es, Informationen aktiv aus dem Gedächtnis abzurufen und das Lernen auf mehrere Tage zu verteilen. Eine einfache Übung: Man schließt ein gelesenes Buch und fragt sich, welches die wichtigsten Punkte waren. Bilder, Geschichten oder die Verknüpfung mit vertrauten Orten können als Abrufhilfen dienen.

Bei kommerziellen Gehirntrainings hingegen verbessere man sich häufig vor allem in der geübten Aufgabe selbst. Ein breiter Nutzen im Alltag sei nicht für jedes Programm belegt.

Daneben sind ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, soziale Begegnungen und Neues zu lernen grundsätzlich förderlich für die Gedächtnisleistung. Wichtig: Diese Bausteine sind aber keine Garantie gegen Demenz. Hier spielen nicht zuletzt auch Alter, Veranlagung und weitere Faktoren eine Rolle.


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(12.10.2026)